Optimale Belüftung: Kippfenster ist keine Dauerlösung
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Optimale Belüftung: Kippfenster ist keine Dauerlösung

Das regelmäßige und sachgerechte Lüften von Wohnräumen ist vor allem aus zwei Gründen unverzichtbar. Zum einen wird durch das Atmen Luftsauerstoff verbraucht, weshalb Innenräumen, in denen sich Personen aufhalten, immer wieder frische Luft zugeführt werden muss. Damit verbunden ist nicht zuletzt ein wichtiger hygienischer Aspekt: Da sich durch die Atemluft Keime verbreiten und Infektionskrankheiten übertragen werden können, kann regelmäßiges Lüften einer Ansteckung auf diesem Weg vorbeugen. Der zweite wichtige Grund ist die Regulierung der Luftfeuchtigkeit im Raum. Ist diese häufiger zu hoch, kann sich leicht Schimmel bilden.

Badezimmer und Küche: moderne Lüftungstechnik für effizienten Luftaustausch

Eine besondere Herausforderung stellt meist das Lüften im Badezimmer und in der Küche dar. Hier unterliegt die Feuchtigkeit der Raumluft besonders starken Schwankungen. Durch das zum Waschen oder für die Toilettenspülung genutzte Wasser weisen Bäder in der Regel eine höhere Luftfeuchtigkeit auf als beispielsweise Wohn-, Schlaf- oder Arbeitsräume. Sie beträgt etwa 50 bis 70 Prozent, während sie sich in anderen Räumen eher zwischen 40 und 60 Prozent bewegt. In der Küche reichert sich die Raumluft vor allem während des Kochens stark mit Feuchtigkeit an. Um Schimmelbildung zu vermeiden, ist ein ausreichender Luftaustausch in diesen Räumen deshalb unerlässlich. Die beste und zuverlässigste Möglichkeit dafür ist sicherlich, mit einem geeigneten Lüfter Bad und Küche von überschüssiger Luftfeuchtigkeit sowie von unerwünschten Gerüchen zu befreien. Vor allem, wenn es sich um moderne Ausführungen mit Zusatzfunktionen wie zum Beispiel Bewegungs- oder Feuchtigkeitssensor handelt, lässt sich eine gute Belüftung mit denkbar geringem Aufwand sicherstellen. Bewegungssensoren aktivieren die Lüftung automatisch, wenn sie eine Bewegung und somit den wahrscheinlichen Aufenthalt einer Person im Raum registrieren. Feuchtigkeitssensoren hingegen veranlassen das Einschalten des Lüfters, sobald ein bestimmter Grenzwert für die Luftfeuchtigkeit erreicht beziehungsweise überschritten wurde. Beim Duschen kann sie deutlich steigen und leicht Werte um die 80 Prozent annehmen. Dasselbe gilt erst recht bei einem ausgiebigen Wannenbad – oder in der Küche bei längerem Kochen. Je nach baulichen Gegebenheiten und Gerätetyp können Lüfter direkt in die Außenwand eingebaut oder auch in ein Fenster integriert werden. Um eine zuverlässige Funktion zu gewährleisten und unnötige Risiken zu vermeiden, sollten die entsprechenden Arbeiten von einer darauf spezialisierten Fachfirma ausgeführt werden. Keinesfalls zu empfehlen, aber dennoch leider oft zu beobachten, ist das dauerhafte “Belüften” des Bades durch ein ständig angekipptes Fenster. Dabei findet jedoch nur ein relativ geringer Luftaustausch statt, während es zu Wärmeverlusten und zu einer starken Auskühlung des angrenzenden Mauerwerks kommt. Da Feuchtigkeit verstärkt an kalten Wänden kondensiert, kann diese Art des Lüftens sogar zur Entstehung von Schimmel beitragen, statt ihr entgegenzuwirken.

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Weitere Tipps für Raumklima und Schimmelschutz in Bad und Küche

Statt eines über längere Zeit angekippten Fensters ist mehrmals am Tag ein gründliches Stoßlüften ratsam, um eine optimale Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Dabei wird das Fenster für einige Minuten weit geöffnet, sodass ein möglichst vollständiger Luftaustausch stattfinden kann, der zugleich die Luftfeuchtigkeit senkt. Da sich das Kondensieren von Feuchtigkeit an den Wänden der Küche und des Bades jedoch auch mit regelmäßigem Lüften kaum vermeiden lässt, hat es sich bewährt, den Fußboden und einen großen Teil der Wände mit Fliesen zu versehen. Wo Fliesen nicht vorhanden sind beziehungsweise nicht angebracht werden können, ist ein Fußbodenbelag aus Linoleum eine gute Alternative. Er wirkt zeitlos, ist pflegeleicht und in verschiedenen Farbtönen erhältlich. Beim Einrichten einer Küche sollte zudem darauf geachtet werden, dass eine leistungsstarke Dunstabzugshaube direkt über dem Herd montiert wird, sofern die räumlichen Verhältnisse das zulassen. Dadurch werden aus den Kochtöpfen aufsteigende Dämpfe effektiv abgesaugt und verbreiten sich gar nicht erst im Raum.

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