Legionellen: Erkennen, bekämpfen, vorbeugen
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Legionellen: Erkennen, bekämpfen, vorbeugen

Legionellen sind winzige Bakterien, die in Wasserleitungen lauern und bei unsachgemäßem Umgang zu schweren gesundheitlichen Problemen führen können. Um diese gefährlichen Organismen zu verstehen und effektiv zu bekämpfen, ist es wichtig, sich mit ihrer Verbreitung, den Erkennungsmethoden und Präventionsstrategien vertraut zu machen. Dieser Artikel gibt Aufschluss über Legionellen und ihre Eigenschaften, Risikofaktoren für einen Befall und Möglichkeiten, Legionellen zu bekämpfen und sich zu schützen.

Legionellen: Eine Definition

Legionellen sind Stäbchenbakterien, die sich in natürlichen Gewässern wie Flüssen und Seen sowie in künstlichen Wassersystemen wie Trinkwasserleitungen vermehren können. Es gibt mindestens 79 verschiedene Arten von Legionellen, von denen Legionella pneumophila die häufigste ist.

Aufgrund ihrer natürlichen Verbreitung treten Legionellen auch in begrenzter Anzahl im Grundwasser auf. Daher ist es möglich, dass Legionellen in überwiegend sehr niedriger Konzentration im von den Wasserwerken gelieferten Trinkwasser vorhanden sind.

Große Warmwassersysteme mit komplexen Rohrleitungssystemen, Klimaanlagen und Rückkühlwerke sind anfällig für die Vermehrung von Legionellen, da diese Bakterien solche künstlichen Wassersysteme besiedeln können. Daher ist eine sorgfältige Wartung dieser Anlagen von entscheidender Bedeutung.

Wie identifiziert man Legionellen?

Die Identifikation von Legionellen kann schwierig sein, da herkömmliche Labortests bis zu 14 Tage brauchen können, um Ergebnisse zu liefern und einige gefährliche Bakterienarten möglicherweise nicht erfassen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Legionellen-Schnelltests für zu Hause. Sie stellen eine präzise Alternative dar, die vor Ort in nur 25 Minuten durchgeführt werden kann. Ein schneller Nachweis von Legionellen hilft, bei einem Befall rechtzeitig zu handeln.

Wenn der Test ein positives Ergebnis ergibt, ist eine sofortige Reaktion dringend erforderlich. Alle Bewohner, Nutzer und Eigentümer müssen unverzüglich über eine hohe Kontamination der Trinkwasserinstallation mit Legionellen informiert werden und ihnen müssen entsprechende Verhaltensrichtlinien mitgeteilt werden.

Zu diesen Verhaltensrichtlinien gehört, Aktivitäten zu vermeiden, bei denen Warmwasser in feinen Sprühnebel zerstäubt wird und Aerosole erzeugt werden (winzige Wassertröpfchen in der Luft). Als erste Maßnahme bieten Legionellenfilter eine effektive Lösung. Um langfristig die Kontrolle über einen möglichen Legionellenbefall zu gewinnen, ist die Umsetzung einer Desinfektion durch einen Experten notwendig.

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Warum sind Legionellen so gefährlich?

Legionellen können in feinen Wassertröpfchen schweben, die beim Duschen oder bei anderen Wasserverwendungen in die Luft gelangen. Diese Tröpfchen können eingeatmet werden und die Lunge infizieren.

Es gibt zwei Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Legionellen:

  • Pontiac-Fieber: Das Pontiac-Fieber ist ein akuter fiebriger Infekt ohne Lungenentzündung. In der Regel treten milde grippeähnliche Symptome auf, wie Kopf- und Gliederschmerzen und trockener Husten. Die Patienten erholen sich in der Regel innerhalb weniger Tage, auch ohne Antibiotikatherapie. Todesfälle sind nicht bekannt.
  • Legionärskrankheit: Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung. Symptome können Verwirrtheit, Bauchschmerzen oder Durchfälle beinhalten. In schweren Fällen kann die Krankheit tödlich enden.

Legionärskrankheit Infografik

Unter welchen Bedingungen vermehren sich Legionellen?

Legionellen vermehren sich am besten bei Wassertemperaturen zwischen 25°C und 45°C. Daher sind Warmwasserspeicher, Duschen und andere wasserführende Systeme potenzielle Brutstätten.

Bei Wassertemperaturen über 55°C wird das Wachstum der Legionellen gehemmt, und ab Temperaturen über 60°C können die Keime absterben. Legionellen können auch in kaltem Wasser vorhanden sein, jedoch vermehren sie sich bei Temperaturen unter 20°C kaum noch.

Bauliche Bedingungen, die dies begünstigen, sind überdimensionierte Warmwasserspeicher und/oder Rohrleitungen, in denen das Wasser stagniert. Ebenso können ungeeignete Materialien in den Rohrleitungen oder Anlagen- und Geräteteilen zum Wachstum von Mikroorganismen beitragen.

Generell ist es ratsam, regelmäßige Wartungsarbeiten an Trinkwasseranlagen durchzuführen, Filter zu überprüfen und Wasserspeicher sowie Armaturen zu reinigen. Besondere Beachtung sollte der Warmwassertemperatur geschenkt werden, denn eine niedrige Temperatur erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Legionellenbefalls. Optimal sind 60°C am Auslauf des Warmwasserbereiters. Jedoch sollte die Speichertemperatur nicht wesentlich höher sein, da dies die Temperatur des Kaltwassers im System erhöhen und so das Wachstum von Legionellen begünstigen kann.

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Besonders gefährliche Situationen

Unter bestimmten Umständen steigt das Risiko einer Legionellenkontamination erheblich. Eine dieser gefährlichen Situationen tritt nach der Rückkehr aus dem Urlaub auf. Wenn Wasserleitungen in Wohnungen oder Gebäuden längere Zeit nicht genutzt wurden, kann sich stehendes Wasser in den Leitungen erwärmen und zur Vermehrung von Legionellen führen.

Daher ist es wichtig, während der Abwesenheit jemanden zu beauftragen, der regelmäßig für Wasserzirkulation sorgt. Bei der Rückkehr sollte man das Wasser selbst nochmal einige Minuten laufen lassen, um das stehende Wasser zu entfernen. Das kann helfen, auf der sicheren Seite ist man jedoch nur mit einem Legionellenfilter.

Das Streben nach Energieeffizienz steht derzeit im Fokus, doch auch hier lauert eine Gefahr. Im Internet findet man zahlreiche Energiespartipps, darunter die dauerhafte Absenkung der Speichertemperatur der Warmwasserbereitung. Obwohl diese Maßnahme Energie spart, ist sie in den meisten Fällen keine empfehlenswerte Idee. Denn wenn die Wassertemperatur im Speicher konstant unter 60°C fällt, kann dies das Wachstum von Legionellen in der gesamten Trinkwasserinstallation begünstigen.

Wie kann man einem Legionellenbefall vorbeugen?

Um einer massiven Vermehrung von Legionellen im Warmwassersystem eines Wohngebäudes vorzubeugen, können einige Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Während Maßnahmen bezüglich der Wasserleitungen nicht im Einflussbereich von Mietern liegen, können sie sich durch spezielle Filter schützen.

Hier die wichtigsten Schutzmaßnahmen im Überblick:

  • Legionellenfilter: Um sicheres Leitungswasser zu gewährleisten, können Legionellenfilter direkt am Wasserhahn installiert werden. Diese Filter können die Bakterien effektiv zurückhalten und somit das Risiko einer Kontamination reduzieren. Auch in der Dusche ist ein solcher Filter sinnvoll, da Legionellen auch durch Wasserdampf übertragen werden.
  • Kein stagnierendes Wasser: Die regelmäßige Nutzung der Wasserleitungen und die Vermeidung von Totsträngen im Leitungssystem sind wichtig, um Wasserverweilzeiten in den Leitungen zu minimieren.
  • Hohe Wassertemperaturen: In Gebäuden mit zentraler Wassererwärmung und einem zentralen Warmwasserspeicher sollte die Reglertemperatur am Trinkwassererwärmer auf mindestens 60°C eingestellt sein. Die Wassertemperaturen im gesamten Leitungssystem sollten an keiner Stelle unter 55°C liegen. So kann die Vermehrung über einen gefährlichen Grenzwert hinaus zumindest gehemmt werden.
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Legionellen-Prävention: Mieter und Vermieter sind gefragt

Die Bekämpfung und Prävention von Legionellen sind von großer Bedeutung, diese Bakterien schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen können. Durch die Identifikation von Legionellen mit Schnelltests und die Installation von Legionellenfiltern am Wasserhahn kann man die Gefahr erkennen und sich schützen. Auch Vermieter sind gefragt, sich an die gesetzlichen Vorschriften zu halten und regelmäßige Prüfungen durchführen, um die Sicherheit ihrer Mieter zu gewährleisten. Wartungsarbeiten an den Wasserleitungen fallen ebenfalls in deren Verantwortungsbereich und sollten nicht vernachlässigt werden. Mit den richtigen Maßnahmen kann man G

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