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 Anne Rombach
© Anne Rombach
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Studentenwohnhäuser B7

Ganz dem Motto »Miteinander statt nebeneinander« verpflichtet entwickelten Kuner Architekten mit den Studentenwohnhäusern B7 ein Wohnkonzept, welches das gemeinsame Wohnen, Lernen und Leben im Rahmen einer traditionellen und gleichzeitig zeitgemäßen Architektur ermöglichen soll. Die Idee von eigenverantwortlichem Wohnen in der Gemeinschaft der Wohngruppe diente als Basis für dieses Gegenkonzept zur klassischen, anonymen Studierendenwohnanlage.

Das Projekt befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Industriebrache und trägt so zur Revitalisierung des innerstädtischen Raums der Baden-Württembergischen Kleinstadt Furtwangen bei. Als Ensemble aus drei identischen Baukörpern passen sich die neuen Kubaturen in die kleinstädtischen Strukturen der Nachbarbebauung ein und bilden nahe der Hochschule ein neues studentisches Wohnquartier. Im lockeren Verbund generieren die Kuben im Einklang mit der polygonalen Form des Grundstücks großzügige Freibereiche, welche als Erholungs- und Treffpunkt fungieren. Diese sollen die Gemeinschaft der insgesamt 36 BewohnerInnen stärken und der Anonymität herkömmlicher Studierendenwohnheime entgegenwirken.

© Kuner
© Kuner

Die einzelnen Baukörper sind baugleich konzipiert und infolge dessen größtenteils aus Fertigbauteilen gefügt. Lediglich die Farbkodierung der gemeinschaftlichen Innenräume in Rot, Blau und Grün unterscheiden die einzelnen Gebäude voneinander. Durch die Vorfertigung der Studentenzimmer konnte der Holzrohbau innerhalb nur eines Tages montiert werden. Jedes Gebäude besitzt drei Etagen mit je einer Wohngruppe bestehend aus vier Raummodulen. Pro Etage ordnen sich vier großzügige Zimmer rotationsartig in den Ecken des quadratischen Grundrisses an und erzeugen Zwischenräume, welche als Gemeinschaftsräume zur Verfügung stehen und sich in Küche, Badezimmer und einen Aufenthaltsbereich aufteilen. Die Wohngruppen der einzelnen Häuser sind zusammen für den Zustand der verschiedenen Aufenthaltsbereiche und das ganze Gebäude verantwortlich.

Durch die Betonung des eigenverantwortlichen Wohnens und Umgangs mit dem Gebäude soll die Architektur als identifikationsstiftende Maßnahme im Lernprozess des studentischen Lebens fungieren.

Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu erhöhen, entschieden sich die ArchitektInnen für eine Holzbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad, welche in eine zeitgemäße Architektursprache überführt wurde. Holz als entwurfsbestimmendes Material ist allgegenwärtig; unbehandelte Lärchenholzschindeln in der Fassade stellen beispielsweise regionale Bezüge her. Auch die Wohnräume werden von Holzoberflächen dominiert, und erhalten so eine warme und angenehme Atmosphäre. Aus dem Zusammenspiel von Raum, Form und Material wird auf diese Weise eine hohe Aufenthaltsqualität generiert, welche zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Architektur motiviert und so letztendlich zur Langlebigkeit der Gebäude beiträgt.

Baujahr
2011
Fläche
1.920 m²
Standort
Furtwangen
Deutschland
Beteiligte
Albrecht und Schneider, Ingenieurbüro Stefan Franz

Kuner

Kuner Architekten
Im Schnabelstal 2
78120 Furtwangen
Deutschland

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