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Detlef Podehl
© Detlef Podehl
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Haus H26

Durch die Komplettsanierung eines Bestandsgebäudes aus der Nachkriegszeit im Kölner Westen hat das Büro HPA+ Architektur hochwertigen neuen Wohnraum im Stadtgebiet geschaffen. Mittels gezielter Eingriffe wurde der Bestand zu einem modernen Stadthaus mit zwei Maisonettewohnungen umgebaut.

Als Teile einer geschlossenen Bauweise reiht sich das Bestandsgebäude in die drei- bis viergeschossige Nachbarbebauung aus Stadthäusern ein. Der Zustand des Hauses vor den Umbaumaßnahmen lässt sich gut an dem rechts angrenzenden Gebäude ablesen, das in etwa die gleiche Kubatur besitzt. Hier zeigt sich, wie die Planer die klare Rastergliederung der Straßenseite im Stile einer Lochfassade beibehielten und durch die Verputzung neuinterpretierten. Die massiven Fensterbrüstungen wurden zugunsten bodentiefer Verglasungen durch lichtdurchlässige Stahlgeländer ausgetauscht, wodurch deren neue Proportionen die Vertikalität des Baukörpers betonen. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurde das Gebäude zusätzlich im rückwärtigen Bereich um einen zweigeschossigen Anbau mit Holzfassade erweitert. Dieser steht mit seiner Materialität im klaren Kontrast zum Hauptgebäude, nimmt jedoch durch seine stehende Lattung und die Proportionen der Fensteröffnungen die vertikale Streckung des Bestands auf. Durch die Abtreppung des Anbaus zum Garten hin fügt er sich harmonisch in die Bauweise der Nachbarschaft ein. Über die Form des neuen Bauvolumens konnten unterschiedliche Außenräume geschaffen werden: Jede Abtreppung wird als Dachterrasse in den Obergeschossen genutzt, während aufgrund der Positionierung und Ausrichtung eine klar definierte Terrasse im Erdgeschoss entsteht.

 © HPA+
© HPA+

Umstrukturierungen im Inneren des Bestands haben aus vier einzelnen Geschosswohnungen zwei exklusive Maisonettewohnungen entstehen lassen. Gartenseitig ist die innere Aufteilung des Wohnraums an den zweigeschossigen Fensterelementen über Erd- und erstem Obergeschoss klar ablesbar und auch die Nutzung der jeweiligen Außenräume ergibt sich aus der Kubatur. So sind der Garten und die erste Dachterrasse der unteren Wohneinheit zugeordnet, während die obere Wohnung zwei Dachterrassen und einen zusätzlichen innenliegenden Lichthof besitzt. Erschlossen wird die untere Wohnung über eine neu hinzugefügte Treppe; die Einheit in den oberen Geschossen wurde an das Bestandstreppenhaus angegliedert.

Die Uminterpretation des Hauses schafft durch die neuen Freibereiche reizvolle Bezüge zwischen Innen- und Außenraum und bewirkt eine großzügige Raumwirkung. Ebenso unterstützt der Wechsel zur bodentiefen Verglasung den Raumfluss und erhöht den Lichteintrag der Wohnräume. In Verbindung mit den hellen Holzfußböden und Fliesen entsteht eine freundliche und wohnliche Atmosphäre trotz der relativ großen Bautiefe und des schmalen Zuschnitts des Grundrisses. Vor allem im Dachgeschoss entfaltet sich die lichtdurchflutete Anmutung des Wohnraums aufgrund des innenliegenden Patios. Über die dreiseitige Verglasung öffnet sich der Lichthof komplett zu den angrenzenden Räumen und erweitert diese in einen blickgeschützten Außenraum.

Baujahr
2013
Fläche
475 m²
Standort
Köln
Deutschland

HPA+

HPA+
Friesenstraße 50
50670 Köln
Deutschland

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