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B1 - VIER Pelikanviertel

Mit B1, einem von insgesamt acht Neubauten, setzen ­Architekten BKSP Grabau Leider Obermann und Partner einen markanten Akzent im neuen Quartier VIER im Pelikanviertel Hannovers. Das Gebäude stellt den architektonischen Beitrag des Büros zum eigens im Wettbewerbsverfahren entwickelten städtebaulichen Masterplan für das gesamte Quartier dar. Hauptsächlich von Büro- und Wohnblöcken der 1990er Jahre geprägt schafft die neue Baustruktur durch den programmatischen Klinker einen gemeinsamen materiellen Ankerpunkt und erlaubt durch gezielte Variation des Backsteins dennoch starke Individualität im einzelnen Baukörper. Die Neubauten bilden einen porösen Blockrand entlang der Günther-Wagner-Allee. Durch eine versetze Positionierung der einzelnen Kubaturen wird das Bild weiter aufgelockert und die individuellen Wohnarchitekturen im begrünten Innenhof trotz durchgehender Geschossigkeit autonomisiert. Infolge dessen erreicht das Quartier eine hohe Dichte und bietet den BewohnerInnen ein modernes und urbanes Umfeld, das durch den gemeinschaftlichen Innenhof auch hohe Freiraumqualität besitzt.

Der im Konzept verankerte individuelle Charakter aller Gebäude schafft Identifikationsmerkmale und »Vielfalt in der Einheit«. So zeigt sich der Baukörper B1 in bräunlichem Klinker mit leichter, heller Marmorierung. Mit einer Höhe von acht Geschossen nimmt der Körper – wie auch alle benachbarten Neubauten – die Traufhöhe der Bestandsbebauung auf und führt die Straßenflucht klar weiter. In der Reihe seiner Geschwistergebäude setzt B1 jedoch den wohl markantesten Akzent. Ein wildes Spiel aus unterschiedlich großen quadratischen Fensterformaten in der Fassadenfläche in Verbindung mit kubischen Additionen und Einschnitten formt die Fassade plastisch durch. Mittels farblicher Rahmung werden diese Elemente zusätzlich betont und stehen im Kontrast zur Materialität der Klinkerfassade. Die besondere Bedeutung der sich hinter den additiven und subtraktiven Eingriffen verbergenden Freisitze wird in der verstärkten Ausrichtung dieser zum Innenhof deutlich. Ebenso entscheidend für das äußere Erscheinungsbild sind die gestaffelten Dachterrassen, die weitere Freibereiche bilden.

© Clemens Born
© Clemens Born

Im Inneren setzen 17 Wohnungseinheiten, unterteilt in vier Wohnstile, das Spiel der Fassade fort. Ob komfortabel, nachhaltig, entspannt oder extravagant – die vielseitige Raumgestaltung bietet allen BewohnerInnen die passende Einheit, die sich in Zuschnitt, Orientierung und Ausstattung von den anderen unterscheidet. So entstehen Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, die zum Teil auch als Maisonetten ausgeformt sind. In letzteren schafft ein zentraler, zweigeschossiger Wohn- und Essbereich Großzügigkeit und in Verbindung mit einer angrenzenden Loggia räumliche Transparenz.

Nachhaltigkeit war ein weiterer essenzieller Aspekt der Planung. Diese zeichnet sich ebenso durch die Materialwahl wie durch den flexiblen Wohnungsmix aus, der konstruktiv auf die zukünftigen Anforderungen der BewohnerInnen gut vorbereitet ist. Dieses Konzept brachte dem Gebäude bundesweit als erstem Wohnungsbauprojekt das Vorzertifikat in Gold des DGNB ein. Zurzeit durchläuft das als »Green Building« projektierte Gebäude außerdem die offizielle DGNB-Zertifizierung.

Baujahr
2015
Bauherr
Gundlach GmbH & Co.KG Bauträger
Fläche
2.962 m²
Standort
Hannover
Deutschland
Beteiligte
Ingenieurbüro Grag, HL-Technik-Engineering Partner GmbH, KS Ingenieure

BKSP

BKSP
Freundallee 13
30173 Hannover
Deutschland

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