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 Lothar Reichel,  Markus Schäf
© Lothar Reichel, Markus Schäf
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A 29

Mit dem Wohnbau A29 liefern tools off. archi­tecture ein zeitgenössisches Beispiel für die Schließung einer Baulücke zugunsten einer nachhaltigen Verdichtung ­städtischen Raums. Auf dem Grundstück in der Augustenstraße 29 fanden zwei unterschiedliche typologische Ansätze Anwendung, um für die räumlichen Gegebenheiten vor Ort eine angemessene Lösung zu finden. Ein straßenseitiger Baukörper schließt an die Blockrandbebauung der Umgebung an und bildet ein offenes Gesicht zur Öffentlichkeit aus, während Atelierhäuser den rückwärtigen Innenhof in der Tiefe optimal ausnutzen.

Zwei vorgeschaltete Schichten in einer Doppelglasfassade prägen die Hülle der vorderen Blockrandbebauung. Raumhohe Verglasungen mit weißen Rahmen kehren die Geschossigkeit und die Größe der einzelnen Wohneinheiten nach außen und bilden die erste, transparente Schicht der Außenhaut. Hinter der offenen Glasfassade generieren flexible Textilvorhänge in zweiter Ebene Privatheit für die BewohnerInnen. Mit ihrer zeitgenössischen Form steht die Fassadengestaltung im Kontrast zu den einheitlichen Lochfassaden der Nachbarbebauung aus der Nachkriegszeit und kommuniziert offen die klare Struktur des Baukörpers. Auf diese Weise lässt sich durch die Rahmen deutlich die horizontale Entwicklung des Geschosswohnungsbaus über insgesamt sieben Geschosse ablesen. Je ein bis zwei Wohneinheiten erstrecken sich über eine Etage und erzeugen aufgrund der mehrschichtigen Fassade in der Tiefe und der Unterteilung der Rahmen ein wechselndes Spiel aus Reflektionen und Fugen.

 © Lothar Reichel,  Markus Schäf
© Lothar Reichel, Markus Schäf

Im Sinne einer nachhaltigen Verdichtung des Stadtraums entschieden sich die ArchitektInnen dazu, die Tiefe des Grundstücks durch eine zweite Typologie zu bespielen. Vier Atelierhäuser im Stile von Townhouses reihen sich in Ost-West-Ausrichtung aneinander und stellen der Horizontalität der Blockrandbebauung eine vertikale Orientierung des Wohnraums entgegen. Private Vorbereiche grenzen die einzelnen Häuser von der gemeinschaftlichen Außenraumgestaltung ab und bieten Raum zur individuellen Gestaltung. Ein durchgehendes Treppenhaus im Inneren verbindet jeweils drei Vollgeschosse mit dem Staffelgeschoss und erhöht aufgrund der Positionierung an der südlichen Brandwand den Tageslichteintrag der von Norden erschlossenen Häuser. Die leichte Konstruktion der Treppe aus lichtdurchlässigen Industriegittern ermöglicht einen optimierten Lichteinfall bis in das Erdgeschoss. Durch die ansonsten im Museumsbau gängige Beleuchtung von oben lässt sich das Treppenhaus entsprechend der Namensgebung als Atelierhaus auch als Ausstellungsraum nutzen. Angrenzend an den lichtdurchfluteten Luft- und Treppenraum orientieren sich alle Räume der Vollgeschosse loftartig nach Norden. Durch die Ausrichtung des shedtypischen Dachgeschosses nach Westen entsteht ein heller Wohnraum mit fast umlaufendem Tageslichteintrag, an den sich jeweils eine Dachterrasse als sichtgeschützter Außenraum anschließt.

Baujahr
2011
Bauherr
Immobilien GmbH
Fläche
Vorderhaus 1.120 m², Atelierhäuser 765 m²
Standort
Augustenstraße 29
München
Deutschland
Beteiligte
ibdrm GmbH, Ing. Wolfgang Spiegl GmbH, Diete+Siepmann

tools off. architecture

tools off. architecture
Augustenstraße 73
80333 München
Deutschland

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